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Bischof Reinhart Guib zu Gast beim ersten DWS-Mitgliedertreffen dieses Jahres

28. Januar 2013

Bischof Reinhart Guib zu Gast beim ersten DWS-Mitgliedertreffen dieses Jahres

Vergangenen Mittwoch fand die 122. und zugleich erste Mitgliederversammlung des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen (DWS) im Jahr 2013 statt, im Rahmen derer Geschäftsführer Jörg Prohaszka das Jahresprogramm 2013 vorstellte. Zu den Gästen zählten diesmal auch Bischof Reinhart Guib, der die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien vorstellte, aber auch Jens Weingärtner, erster Vorsitzender des Deutschsprachigen Wirtschaftsclub Mureş (DWM), der über den Club sprach.

„Die evangelische Kirche ist eine Kirche, die es schon seit langem gibt", sagte Bischof Reinhart Guib, der nach der Begrüßung durch Präsident Thomas Gerlach und Geschäftsführer Jörg Prohaszka, als erster zu Wort gebeten wurde. Guib ging in seinem Vortrag auf die ausschlaggebenden Ereignisse, die die Siebenbürger Sachsen und zugleich die evangelischen Kirche im Laufe der Geschichte prägten ein und beschrieb auch die gegenwärtige Situation der evangelischen Kirche, die gegenwärtigen Tätigkeiten, Gegebenheiten und Bestreben. Aus der Volkskirche der Siebenbürger Sachsen sei sie zu einer Diasporakirche geworden, die sich neu orientieren muss. Von über 300.000 Evangelischen vor dem Zweiten Weltkrieg, und über 100.000 im Jahre 1990, gäbe es heute 13.000.
Der letzte Punkt und „große Punkt" in dem Vortrag Guibs bezog sich auf das Kulturerbe, das aus etwa 150 Wehrkirchen und Kirchenburgen besteht. Dazu gehörten auch jeweils ein Pfarrhaus inzwischen oft auch eine Schule, ein Gemeindehaus, ein Rektorhaus, Grund, Boden und Wald, mit wenigen Mitarbeitern. Schließlich sei aber „Siebenbürgen ohne Kirchenburgen wie ein Mund ohne Zähne", oder „ein Haus ohne Leute". Etwa für die Hälfte der Kirchenburgen und der Liegenschaften, gäbe es auch Träger, Gemeinden, Heimatortsgemeinschaften der Siebenbürger Sachsen, Menschen aus Deutschland, die mit Herz und Seele mithelfen beim Erhalt und die Kirchenburgen auch wieder mit Leben füllen, aber auch Vereine und Organisationen aus dem In- und Ausland, die eine Kirchenburg als Paten übernommen haben und diese eben gestalten, aber etwa die Hälfte der Kirchenburgen warten noch auf einen Paten, auf eine Patenschaft, auf eine Nutznießung.
Um dem Problem Herr zu werden, sei vor einigen Jahren eine Kirchenburgenleitstelle gegründet worden, wo Fachleute zusammengefasst haben, was wichtig ist. Es sei ein Dächerprogramm in Auftrag gegeben worden, so dass viele Kirchen zunächst einmal trocken gelegt werden konnten. Werbeaktionen seien gestartet, aber auch ein großes Projekt begonnen worden, dass auch jetzt laufe: Ein Kirchenburgenprojekt, das von der EU mit etwa 5,5 Millionen Euro finanziert werde, dessen Durchführung große Schwierigkeiten bereite.
„Paten werden gesucht", sagte Guib gegen Ende des Vortrages, „Leute, die ein Herz und eine Seele suchen hier in Siebenbürgen. Für soziale Einrichtungen, für Kultur- und Begegnungsstätten, für Öko- oder touristische Zentren eignen sich die Kirchenburgen und deren Areale wunderbar."
„Das Jahr 2013 steht so ein bisschen unter dem Motto 'Strategien prüfen'", sagte Geschäftsführer Jörg Prohaszka, der im Weiteren das DWS-Jahresprogramm 2013 vorstellte. „Wir haben uns vorgenommen zu sehen, was fehlt vielleicht noch an Angeboten, ob noch Bedarf ist an Leistungen, die unsere Mitgliedsunternehmen in Anspruch nehmen möchten. Und das ganze werden wir durch eine großangelegte Mitgliederbefragung in diesem Jahr zusammenzufassen versuchen, und dementsprechend unsere Leistung und unser Angebot dann darauf abstellen."
Das Jahresprogramm des Deutschen Wirtschaftclubs Siebenbürgen ist in fünf Themengebiete - Großveranstaltungen, „Standard"-Veranstaltungen, Aktionen, Projekte und Produkte - unterteilt. Zu den Großveranstaltungen gehört der Faschingsball der bereits im letzten Jahr ein Erfolg gewesen sei. Eine weitere Großveranstaltung ist eine Mitgliederversammlung am Flughafen, im Terminal des Hermannstädter Flughafens, ein Ereignis, das vermutlich im Sommer stattfinden wird. Außerdem feiert der DWS in diesem Jahr 15 Jahre seit der Gründung. Im Rahmen dieses Ereignisses soll auch ein bestimmtes Unternehmen für verschiedene Tätigkeiten ausgezeichnet werden. Eine weitere Großveranstaltung ist eine Messe, wo sich die Unternehmen mit ihren Produkten vorstellen. Eine Befragung soll allerdings noch ergeben, ob die Unternehmen Interesse daran haben. Miteinbezogen werden sollen auch die Partnerclubs. Das vierte Weinfest soll im Herbst stattfinden und soll noch größer als bis jetzt werden.
Zu den Standardveranstaltungen gehören die Afterworkpartys. Die erste findet übrigens am 1. Februar im Kubata-Klub statt. Ebenfalls eine Standardveranstaltung ist auch der DWS-Fußballcup sowie der Sprachkurs für Rumänisch, falls es Bedarf gibt, und DWS-Workshops zu rechtlichen Themen, zu Personalmanagement, u.a. Die regelmäßigen Clubtreffen, insgesamt acht Treffen pro Jahr, sechs davon Mitgliedertreffen und zwei ordentliche Mitgliederversammlungen, gehören ebenfalls zu den DWS-„Standard"-Veranstaltungen.
Zu den Aktionen gehören z. B. die Wohltätigkeitsveranstaltungen der „Besseren Hälften" aber auch die Veranstaltung einer Delegationsreise. Eine mögliche Destination wäre Peking, da eine gute Beziehung zum dortigen Wirtschaftsclub aufgebaut wurde. Ein anderer Vorschlag lautet die Besichtigung der Justizvollzugsanstalt in Aiud/Straßburg am Mieresch. Der Direktor hier habe angeboten, zu günstigen Bedingungen Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Die Häftlinge müssten schließlich später in die Gesellschaft integriert werden. Etwa 40 Prozent des Lohns sollen die Häftlinge behalten, das übrige soll bis ans Ende der Haftzeit aufgespart werden.
Weiterhin gibt es gemeinsame Aktionen der einzelnen Wirtschaftclubs, wie die dreimonatige Leiterkonferenz, wo sich deren Geschäftsführer treffen, um das Netzwerk der deutschen und deutschsprachigen Wirtschaftsclubs in Rumänien zu verstärken, Synergien zu finden und Aktionen zu planen. Außerdem sollen Regierungsgäste eingeladen werden. „Wir haben uns vorgenommen, uns ein bisschen mehr zu rühren, gegen Dinge, die etwas unsinnig sind", sagte Prohaszka.
Zu den DWS-Projekten gehört die Ausbildung im Bereich Metallverarbeitung, wobei versucht werden soll, eine eigene Ausbildungswerkstatt einzurichten und zu betreiben. Weitere Punkte wären der Zentraleinkauf von Ressourcen, woran die Firma Ceprocs bereits arbeite, das Bussinessclubmagazin, das Bussiness-Partner-Programm, in dessen Rahmen die Clubs im ganzen Land aktiv geworden seien.
Zu den DWS-Produkten zählen die Newsletter, die viermal im Jahr von der Firma Pluspole geliefert werden, sowie das Downloadarchiv.
Den Deutschsprachigen Wirtschaftsclub Mureş stellte dessen erster Vorsitzender, Jens Weingärtner vor. „Vor knapp zwei Jahren haben wir uns gegründet, aus dem deutschen Stammtisch heraus", sagte Weingärtner. Im Stammtisch habe man gemerkt, dass es immer mehr geschäftlicher wurde. 2011 sei die Gründung veranlasst und der erste Vorstand gewählt worden. Zurzeit zähle der Club effektiv acht sFirmen. Es werde versucht zu wachsen, das Potential sei allerdings nicht so groß wie in Hemannstadt. In Neumarkt dürften es laut Weingärtner 30, 40 Firmen sein.
„Unser ursprüngliches Ziel war es erstmal uns selber zu helfen", sagte Weingärtner zu den Zielen des Clubs, „die Vernetzung unter diesen Firmen die in Mureş deutschsprachig sind und auch deutsch handeln". Beispielsweise werde der gemeinsame Einkauf auch hier angestrebt. Bereits gäbe es gemeinsamen Stromeinkauf. Unter anderem sollen auch die Partnerschaften im Inn- und Ausland gefördert werden, aber auch Vernetzung mit den anderen Clubs hier vorankommen.
Zu dem bisher Erreichten gehört auch eine enge Kommunikation, „Bürokratiefallen" betreffend, der Austausch von Mitarbeitern, vor allem im Vertriebsbereich, außerdem wurde der Handel untereinander belebt. Es gibt regelmäßige Sitzungen und das Design der Internetpräsenz wurde erstellt. 2013 soll nun der Internetauftritt erfolgen.
Zuletzt stellte Marius Vecerdea vom Tennis Club Pamira das Tennisturnier „ATP Sibiu Open 2013" vor und Diana Andriuţă präsentierte den „Skicup des Osterreichischen Konsulats", der am 23. Februar ausgetragen wird.

Quelle: Hermannstädter Zeitung, vom 25.01.3013, Werner Fink

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